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Odent Lammers Seminar 2016

Inspiration

Camalo Gaskin

Vor etwa 20 Jahren stolperte ich über eine Volksgesundheitsstudie, die Afro-Amerikanische Frauen aus den USA untersuchte, bei denen, ohne deren Wissen oder Zustimmung nach der Geburt eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) durchgeführt worden war.

Es handelte sich dabei um eine öffentliche Maßnahme zur Reduktion von Kinderarmut. Die Tatsache erschütterte mich zutiefst. Ich erstellte eine wissenschaftliche Arbeit darüber und beschäftigte mich weiter mit der Studie und je mehr ich in die Fälle eintauchte, desto mehr wurde mir der allgemein wachsende Mangel und das fehlende Verständnis über die Rechte der Frauen an ihrem eigenen Körper und während der Geburt bewusst.

Im selben Jahr traf ich eine erfahrene “großmütterliche” Hebamme auf den Sea Islands vor South Carolina im Atlantischen Ozean. Es war die erste Hebamme die ich kennenlernte, und sie beeindruckte mich durch ihre Unbekümmertheit und ihr Vertrauen während sie über das Gebären sprach. Sie hatte von ihrer Großmutter gelernt Geburten beizuwohnen und war fast bei jeder Geburt auf dieser Insel anwesend gewesen. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, dass Geburten auch sicher außerhalb eines Krankenhauses stattfinden können.

Diese Eindrücke hatte ich im Unterbewusstsein, aber erst Jahre später mit dem inneren, sinnlichen Erleben der Geburt meiner ersten Tochter verstand ich in einem neuen Kontext was wirklich möglich ist, im Vergleich zu dem, was gebärenden Frauen weltweit in der Regel zur Verfügung steht. Als ich selbst Zeuge wurde, wie sich mein Körper unter der Geburt veränderte und transformierte, tauchte ich in einen inneren Raum ab, den ich noch nie zuvor beschrieben gesehen hatte. Mit Faszination beobachtete ich die Kraft dieser Erfahrung. Lediglich mit meinem Mann an der Seite, gebar ich unsere Tochter alleine zu Hause. Dies löste ein großes Interesse bei mir aus und die Frage, ob es möglich war auch anderen diese Erfahrung zu ermöglichen, falls diese es wünschten. Während ich auf immer mehr Stimmen und Experten stoße, die wichtige, bisher unbeantwortete Fragen und seltenes Wissen über die Geburt ans Licht bringen, versuche ich mit ihnen ins Gespräch zu kommen, um die Reichweite ihrer Arbeit zu erweitern. So wurde die Idee der Birth to Birth Plattform geboren. In meiner Rolle als praktizierender Geburtshelferin (Doula) versuche ich den gebärenden Frauen mein eigenes Vertrauen in die Geburt zu vermitteln und sie und ihre Partner dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zum Mutter- bzw. Vaterdasein zu finden.

 

 

 

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Annie Kocher

Ich war in Brooklyn und kümmerte mich um Familien nach der Geburt, um die Verarbeitung ihrer Geburtserlebnisse und half beim emotionalen Übergang in die Elternschaft, obwohl ich das Wort Doula noch nie gehört hatte. Eine der Mütter (sie ist bis heute eine enge Freundin) hatte einen Korb mit Büchern im Zimmer ihrer Tochter. Ganz obenauf lag farbig und glänzend “Spirituelle Hebammen“ von Ina May Gaskin. Jeden Tag, während der ruhigen Stunden in denen ich das Baby wiegte, klebten meine Augen voller Faszination an diesem Buchcover. Es musste eindeutig eine Art Bibel sein – für Künstler oder Schöpfer in irgendeiner Form. Kurz vor einem Urlaub fragte ich, ob ich es ausleihen könnte. “Das ist so komisch”, sagte sie, “aber heute morgen hatte ich das Bild im Kopf, dass Du dieses Buch lesen würdest”!

Nachdem ich die ersten Texte las, die von Müttern selbst geschrieben waren, las ich darüber hinaus alles, was die Bibliotheken des Staates New York zum Thema Geburt und den weltweiten Stand von Geburtshilfe und Mütterfürsorge zu bieten hatten.
Die Erforschung offenbarte eine Krise der öffentlichen Gesundheit in diesem Bereich. Geburtsmythologie und Geburtspraxis sind offensichtlich ein Menschenrechtsthema epischen Ausmaßes, das jede lebende Person auf diesem Planeten beeinflusst. Berufen diese Arbeit zu vertiefen, suchte ich mir Mentoren und Gemeinschaft, schlussendlich mit einer Zertifizierung des internationalen Doula Trainings.

In meiner Arbeit als Doula, habe ich wieder und wieder festgestellt, was ich schon immer als wahr empfand: Empathie und Liebe gehören zu den wertvollsten Ressourcen auf der Welt. Wenn der Geburt die Freiheit gegeben wird diese zu verkörpern, kann die Welt geheilt werden, jede Familie einzeln.
Dr. Michel Odent präsentiert eine integrierte Theorie der Spiritualität, Sexualität und der körperlichen Gesundheit als sich ergänzende Kräfte, die eng mit der Kraft und dem Wohlergehen der Gebärenden einhergehen. Ich freue mich, dass Befürworter einer evidenzbasierten und nicht-intervenierenden Geburtshilfe, wie Dr. Michel Odent und Liliana Lammers, nun auch ein breiteres Publikum finden.

 

 

 

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Meine Inspiration: Mein erstes Kind!

Geboren wurde ich in Argentinien und lebe seit meinem 15ten Lebensjahr in Deutschland.

Seit 1997 bin ich mit meinem Lebensgefährten zusammen. Nach und nach wuchsen  wir zu Eltern von 7 Kindern. Glücklicherweise konnten alle unsere Kinder im eigenen Nest geborgen geboren werden. Mit jeder Empfängnis tauchte ich tiefer und tiefer in die Welt des Schwangerseins, Gebärens, des Geborenwerdens und des “Natürlich begleitens” von Kindern ein. Unser drittes Kind hatte sich drei Monate nach seinen Ankommen, von irdischen Leben verabschiedet. Trotz des Schmerzes entwickelte sich aus dieser Erfahrung eine bleibende, spürbare Dankbarkeit an das Wunder des Lebens. Mich bewegt die Frage, was es bedeutet, Leben respektvoll zu begleiten und was es braucht, damit Lebens- und Entwicklungsprozesse  sich natürlich entfalten können.

In Achtsamkeit  begleite ich gerne Familien, Frauen und Mädchen auf dem Weg in die “Eigene Natürliche Kraft”.

 

 

 

Inna

Inna

Meine Inspiration für die Mitarbeit im Programm geht 10 Jahre zurück, als der Gedanke selber ein Kind haben keine rein abstrakte Vorstellung mehr blieb und ich statt dessen begann, mir bewusst auszumalen, wie mein Kind und ich miteinander kommunizieren würden und wie unser Leben aussehen könnte.

An einem späten Oktoberabend ging ich in Gedanken versunken durch einen Berliner Park und fand auf dem Weg unerwartet eine Kindermütze. Diese Mütze empfand ich als eine Fortführung meiner Gedanken und ich habe sie mitgekommen. Eineinhalb Jahre später kam meine Tochter auf die Welt und sie hat diese Mütze mehrere Jahre lang sehr gerne getragen, bis ihr die Mütze zu klein wurde.

Seitdem ist mir der bewusste Umgang mit meiner Tochter und anderen Kindern und das Wahrnehmen ihrer Signale der wichtigste Bestandteil in jeder Eltern-Kind Beziehung.

 

 

 

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Meine Inspiration: Mein Kind und Kinder, die mich umgeben.

Die Geburt ist sowohl für Sie, als auch für Ihr Baby eine Art Initiationsprozess. Für Mutter und Kind ist es also ein überaus wichtiger und tiefgreifender Moment.

Als ich meinen Sohn zur Welt bringen sollte, habe ich nach Themen und Ideen gesucht, die mir mehr innere Ruhe und Kraft schenken könnten. Ich hatte aber das Gefühl, es fehlt an verschiedenen Ecken. Für mein Zweites Kind will ich die Lücken füllen.

In unserem stressigen Alltag vergessen wir oft, was für ein wundervolles Geschenk unsere Kinder sind. Viele Frauen haben Angst vor der natürlichen Geburt. Sie wollen Kinder so einfach und schmerzfrei wie möglich zur Welt bringen. Dabei verlieren sie oft aus dem Auge, dass eine “natürliche” Geburt den Rest des Lebens prägen kann.

Deswegen finde ich die Ideen und das Wissen von Michel Odent so wichtig und aktuell. Es sollen möglichst viele davon erfahren und profitieren. Und ich bin froh, meinen Teil dazu beizutragen.

 

 

 

Vika Chilap

Die Geschichte meiner Inspiration zu dem Seminar geht zurück bis zu dem Moment in dem ich meinem Mann gesagt habe, dass ich mir einen Kind für uns wünschte.

Wir standen in der Nähe der Berliner Mauer, als ich dabei war ihn begeistert davon zu überzeugen was für grossartige Eltern wir sein würden und das unsere Kinder in dem von uns geschaffenen Umfeld aufwachsen würden – einer Welt voller Liebe und nur eingeschränkt von den Grenzen unserer Vorstellungskraft.

Wir nannten ihn Buba. Das passte und dieser Name fühlte sich für uns richtig an. Während der Schwangerschaft suchte ich nach etwas, das dem entspräche was mir für unser Kind vorschwebte und was für diesen Menschen am besten sei.

Dann begegneten mir die Bücher von Michael Odent. Beim ersten Lesen fällt auf, dass es ihm um Liebe geht, um Bewusstsein und um Menschlichkeit, darum, wie besonders jeder einzelne Mensch ist und wie man das bewahren und heranwachsen lassen kann – aus den unbegrenzten Potentialen heraus, die dem Menschen zur Verfügung stehen.

So kam ich auf dem Gedanken, dieses Wissen mit anderen Menschen zu teilen, damit sie hier zu sich kommen können, das wertschätzen lernen, was sie schon in sich tragen und sehen was sie von ihren Kindern lernen können.
 

 

 

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Mein Dank geht an

Michael Odent und Liliana Lammers für die Inspiration und dafür, dass ich ein Teil der Bewegung sein kann die sie ins Leben gerufen haben.

Veronika und Ilya Nazorovi die Odents Bücher übersetzt haben. Mein Dank gilt ihnen im besonderen dafür, dass sie mich ermutigt haben Michel und Liliana persönlich kennen zu lernen, was für mich eine Ehre ist. Dank auch an die beiden für die Arbeit, die sie für die Bewegung der Natürlichen Geburt in Russland geleistet haben. Dabei handelt es sich um eine wirklich inspirierende Organisation, die es mir ermöglicht hat ständig zu wachsen und zu lernen.

Meine Familie und an meine Eltern, die mich in Welt getragen und grossgezogen haben, in dabei stets auf ihr Herz gehört haben.

Meinen Sohn – der beste Lehrer den ich jemals hatte. Ich lerne so viel von dir – jeden Tag. Was es heisst gegenwärtig zu sein und aufrichtig und sich selbst zu mögen.

Schliesslich mein wunderbarer Mann Maxim. Du bist die Liebe meines Lebens und meine Inspiration. Vor einem Jahr hast du einen fliegenden Storch in mein Skizzenbuch gezeichnet, heute widme ich mein „BabyBuba“ Projekt – in dem Menschen sich ihrer eigenen Größe gewahr werden – dir!

 

 

Besonderer Dank

Ardjani Puig (Kunst, Konzeption, und Plakat Design), Anette K Hansen (Webseite Design und Layout),  Veronika Hubert (Dolmetscherin),Ramona Spiegel (Dolmetscherin), Jana Zschömitzsch (Baum Kunst)Paula Redlefsen (Übersetzung), Olivia Page, Polina Fix (Übersetzung), Karsten Gebbert, Maike Hofstede, Myrna Benninghoff(Übersetzung), Isabella von Philippovich (Kommunikation), Jessica Hannan, Anna Kokotkina (Photograph von Vika), Jessica Yazbek (Gala Entwicklung), Karo Just (Photographin), Annie Kocher (Kommunikation), Dee Mulrooney, Janet Merour, Nathalie Solis Perez, Gail Tully (Spinning Babies), und Jan Tritten (Midwifery Today)

 

Ein Teil des Erlöses aus den Seminaranmeldungen soll zur Bereitstellung von Ressourcen für Flüchtlingsfrauen, die schwanger sind bzw. in Berlin entbinden, dienen.

 

Updates über zukünftigen Gespräche, Seminare & Filme